Archive for September, 2008

Er ist’s!

Saturday, September 6th, 2008

Und damit meine ich nicht Eduard Mörike, sondern den *trommelwirbel* ….FANTASTISCHEN GROSSEN EICHENBOCK!1 Und hier kommen auch schon die tollen Fotos dieses nicht minder tollen Tieres:

Der große Eichenbock

Der große Eichenbock

Großer Eichenbock

Wieder da.

Friday, September 5th, 2008

Schon seit zwei Wochen zwar, aber das spielt ja keine Rolle. Nachdem der Martin und die Ju mir in den Arsch getreten haben, spendier ich euch heute einen kleinen Reisebericht nebst drei Bildern aus meinem Skizzenbuch.

Zuerst einmal unser irrer Plan: 2 Wochen Frankreich in meiner ollen Klapperkiste mit den Stationen Paris, Atlantik, Burgund. Nachdem ich besagte Klapperkiste vom Mechaniker nochmal in einen halbwegs fahrtüchtigen Zustand habe versetzen lassen, gings auch schon los. Für Paris hatte ich mir ausgedacht, dass ich einfach vorm Hotel chillig auf der Straße parke. Haha. Ich hab dann dankend den hoteleigenen Tiefgaragenplatz für 30 Ösen am Tag genommen.

Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten haben wir auch den Marché aux puces de Clignancourt besucht, laut Reiseführer der grösste Flohmarkt in ganz Paris. Vielleicht kennt jemand die vietnamesischen Kleidermärkte an der tschechischen Grenze… Ungefähr so wars dort. Trotzdem wars dann noch ganz schön, und ich konnte das nachfolgende Bild in mein stahlgerahmtes Reiseskizzenbuch übertragen.

marché aux Puces de Saint-Ouen

Nach 4 Tagen haben wir die Stadt an der Seine gen Atlantik verlassen. Wohin, wussten wir noch nicht so genau, Hauptsache Strand und gutes Wetter. So sind wir erstmal nach La Rochelle gefahren, in dem naiven Glauben, dass es da schon nen Campingplatz geben wird. Gabs auch, sogar mehrere. Aber die waren, was wir gern gewesen wären, als uns die Frau von der Touristeninformation die frohe Botschaft überbracht hat: Voll bis an den Rand.

So sind wir dann schweren Herzens ein paar Kilometer nach Süden gefahren, und haben unser Glück nochmal versucht. Für 20 Euro hat uns dann das camping océan in Arsch-am-Meer (oder wie das Kaff hieß) einen Platz für die Nacht überlassen. Nicht auf dem richtigen Campingplatz, sondern auf dem Rübenacker dahinter. Ozean gabs da zwar weit und breit keinen, dafür eine sagenhafte TGV Strecke vor uns, die Autobahn hinter uns, und rechts neben uns noch einen malerischen Schießstand. Mit einigen Kronenbourg und Merguez vom Grill haben wir die Nacht dann trotzdem so lala rumgebracht, trotz der bierseligen Bingoabendbeschallung, die vom Campingplatz herübergetönt kam. Aus lauter Frust hab ich dann am nächsten Tag meine Fensterscheibe etwas zu schwungvoll nach oben gekurbelt, so dass sie sich mit einem leisen ‘knack’ ihrer Funktionstüchtigkeit beraubt sah. Nach unten kurbeln ging noch, aber nach oben musste man die Scheibe fortan mit beiden Händen schieben.

Wer mit dem Mautsystem auf französischen Autobahnen vertraut ist, kann sich denken, was für einen Spaß wir damit auf der restlichen Reise hatten.

Am nächsten Tag sind wir dann Richtung Süden abgereist, wieder mit unbestimmtem Ziel. Vage hatten wir uns Lacanau überlegt, mangels anständiger Autobahnbeschriftung haben wir uns dann aber letztlich am Fuße der Dune du Pyla wiedergefunden. Und zu unserer Überraschung hatte der dortige Campingplatz noch ein Plätzchen für uns frei, direkt hinter der Düne. Dort haben wir uns dann die nächsten 3 Tage die Zeit mit Bergtouren zum Strand vertrieben: 100 Meter den Sandberg rauf, 100 Meter den Sandberg runter, und das ganze am Abend nochmal. In dem hervorragenden Cafe auf dem Campingplatz habe ich dann beim Frühstück folgendes Bild zu Papier gebracht.

camping du pyla

Das tollste jedoch war der riesige Käfer, der beim Zeitunglesen auf mich zumarschiert kam. Ich vermute inzwischen, dass es sich um einen Großen Eichenbock gehandelt hat. Schwarzglänzend, ungefähr 10 cm lang, und die Fühler auch nochmal so 10 oder 12 cm.

Ehrensache, dass ich schreiend wie ein Schulmädchen die Flucht ergriffen habe. Beizeit such ich euch nochmal das Foto raus, das ich dann doch noch zu machen in der Lage war.

Für die letzten 5 Tage unseres Urlaubs sind wir dann noch zu Teresas Eltern nach Burgund gefahren. Außer Kochen, Essen und Schlafen ist dort nichts Berichtenswertes mehr passiert. Halt, stimmt nicht. Ein New Jazz Konzert haben wir uns noch zu Gemüte geführt, auf dem ich den Posaunisten porträtieren konnte.

jazz_a_cluny

Das Beste jedoch kommt, wie immer, zum Schluss: Nach 3000 Kilometern durch Feindesland, als wir gerade das Ortsschild München passieren, fängt irgendwas am Auto an zu klappern. Die Gänge schalten sich auf einmal ein bisschen ruckelig. Naja, das schaffen wir noch. Jetzt nicht schlapp machen, alte Mühle. Und in der Tat: Ich parke vorm Haus ein, mach den Motor aus, zieh den Zündschlüssel ab und es macht ‘KLONK’. Als ich nachkucke, stellt sich heraus, dass irgendein größeres Blech unten abgefallen ist.

Ich bilde mir gerne ein, dass meine Kiste die für ihn wahrscheinlich letzte Fahrt in sein Heimatland mit Anstand absolvieren wollte. Unterwegs aufgeben stand da einfach nicht zur Debatte. Ein bisschen wehmütig macht mich der Gedanke, dass ich ihn vielleicht demnächst zum Ausschlachter geben muss. Auch wenn mir die Vermenschlichung einer Maschine eigentlich fern liegt: Massivste Props gehn raus an den alten R5!